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Das Herren-Tischtennis-Team der Universität Leipzig hat bei den European University Table Tennis Championships 2025 im türkischen Burdur einen bemerkenswerten Erfolg gefeiert: Silber im Mannschaftswettbewerb.
Vom 10. bis 19. September vertraten Karl Zimmermann, Johann Koschmieder, Aurel Tihi, Adrian Schmiedecke und Florian Wiesener die Universität Leipzig bei dem Turnier, das rund anderthalb Stunden nördlich von Antalya stattfand.

Turbulente Anreise – starker Auftakt

Die Anreise verlief alles andere als reibungslos: Die Mannschaft landete um 16 Uhr in Antalya und startete mit dem Shuttle gegen 18 Uhr vom Flughafen in Richtung Burdur. Nach einer halben Stunde Fahrt wurde von den Organisatoren bemerkt, dass noch weitere Spieler am Flughafen warteten – also Rückfahrt zum Flughafen, Umstieg in einen größeren Bus, der nach einer weiteren Stunde Fahrt plötzlich die Türen verlor. Mitten in der Nacht erfolgte ein erneuter Buswechsel auf der Autobahn. Erst gegen 23 Uhr kam das Team im Hotel an.

Am nächsten Tag standen zunächst Training und Auslosung auf dem Programm – wichtige Zeit zur Erholung und Akklimatisierung nach der strapaziösen Reise.
 

Erfolgreiche Gruppenphase und spannender K.-o.-Verlauf

Das Turnier startete mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen die Koc University aus Istanbul. Im darauffolgenden Spiel gegen die Universität Wien wurde es deutlich enger: Nach einem nervenaufreibenden Match konnte Leipzig knapp mit 3:2 gewinnen. Besonders beeindruckend war hier die Leistung von Johann Koschmieder, der im entscheidenden Einzel bereits mit 0:2 Sätzen zurücklag, das Spiel drehte und den fünften Satz schließlich mit 12:10 gewann.

Mit dem Gruppensieg zog das Team ins Viertelfinale ein, wo man sich mit einem 3:1-Sieg gegen die Universität Zagreb den Einzug ins Halbfinale und damit eine Medaille sicherte.

Dort wartete mit der Pantheon-Sorbonne Universität Paris ein starker Gegner. In einem erneut engen Match setzten sich die Leipziger erneut mit 3:2 durch. Koschmieder und Zimmermann steuerten je einen Punkt gegen Enzo Legustin bei, mussten sich jedoch beide dem stark aufspielenden Rundong Liu geschlagen geben. Den entscheidenden Sieg zum Finaleinzug holte Adrian Schmiedecke, der Owen Rannou mit 3:2 besiegte.
 

Finalniederlage gegen übermächtige Polen

Im Finale gegen die Zamojski Akademia aus Polen war Leipzig letztlich chancenlos. Das Team aus Polen, gespickt mit Spielern aus der ersten polnischen Liga, setzte sich deutlich mit 3:0 durch – auch wenn einige Sätze knapp verliefen. Die Leipziger gratulierten fair und feierten dennoch ausgelassen ihren Silbererfolg, der als herausragender Meilenstein in die Teamgeschichte eingeht.
 

Einzel und Doppel: Achtbare Leistungen

Im anschließenden Einzelwettbewerb erreichten Koschmieder, Zimmermann und Schmiedecke die zweite Runde. Wiesener und Tihi, der aufgrund eines kurz vor der EM erlittenen Daumenbruchs mit der linken statt der rechten Hand spielen musste, mussten sich in Runde eins geschlagen geben.

In der zweiten Runde schieden Schmiedecke gegen Arda Temel (Istanbul), Zimmermann gegen Jan Zandecky (Zamojski Akademia, Polen) und Koschmieder erneut gegen Rundong Liu (Paris) aus.

Im Doppel erwischten Zimmermann/Koschmieder mit Legustin/Liu (Paris) ein schweres Los und mussten sich geschlagen geben. Für Koschmieder war es damit das dritte Aufeinandertreffen mit Liu im Turnier.

Die zweite Leipziger Paarung Schmiedecke/Wiesener hatte zunächst mehr Glück: In der ersten Runde gewannen sie gegen ein Duo der ausrichtenden Burdur University mit 3:0. In der zweiten Runde profitierten sie von einem Freilos, da ein Spieler der gegnerischen Wiener Paarung zu einem weiteren internationalen Turnier bereits abgereist war. Im Viertelfinale war jedoch gegen die späteren Doppelsieger Kovacs/Molnar (Ungarn) mit 0:3 Endstation.
 

Ausklang am Mittelmeer und Blick nach vorn

Nach Turnierende verbrachte das Team noch zwei erholsame Tage am Strand von Antalya, bevor es am 19. September mit der Silbermedaille und dem Pokal im Gepäck nach Leipzig zurückkehrte.

Dank des erneuten Gewinns der Deutschen Hochschulmeisterschaft im Team in diesem Jahr ist das Leipziger Team bereits für die nächste EM qualifiziert. Diese findet 2026 im italienischen Salerno statt. Mit frischer Motivation und dem Ziel, an die Erfolge von Burdur anzuknüpfen, blickt das Team optimistisch in die Zukunft.